Geteilte Yacht, doppelte Freude – So funktionieren Eignergemeinschaften

Viele praktische und finanzielle Gründe sprechen dafür, das Eigentum an einem Sportboot mit anderen zu teilen. Die Winterarbeit macht zu zweit mehr Spaß, Sommertouren werden durch Teilung der Strecke stressfrei, die Kosten teilen sich. Dazu kommt in guten Gemeinschaften noch der Aspekt, dass das Schiff von allen immer sauber und aufgeräumt gehalten wird. Jeder hinterlässt es, wie er es gerne nach der Nutzung des anderen wieder vorfinden möchte. Reparaturen werden schneller durchgeführt. Provisorien vermieden.

Die Auswahl des geeigneten Partners braucht viel Fingerspitzengefühl. Der Anspruch an den Segelsport, Vorstellungen über Ziele, Dauer der Nutzung und finanzielle Ambitionen müssen übereinstimmen. Was machen die Eigner selbst, was macht der Marina-Service? Problematisch wird es, wenn der eine am Liegeplatz und der andere im Binnenland lebt, der eine über den Atlantik segeln möchte und der andere lieber die schwedischen Schären erkunden will. Oder die Nutzung als Regattaboot durch den einen und als Tourenboot durch den anderen; da ist der Konflikt vorprogrammiert.

Es gibt viele Beispiele harmonischer Eignergemeinschaften, die ohne geschriebene Regeln gut funktionieren. Dennoch sollten Konfliktpunkte besprochen werden bevor sie relevant werden.

Das sollte in einem guten Vertrag einer Eignergemeinschaft mindestens geregelt sein:

  • Wie wird abgestimmt? Nach Köpfen? Nach finanzieller Beteiligung oder alles nur einstimmig?
  • Dürfen Veränderungen am Schiff auch vorgenommen werden, wenn der eine Partner sie ablehnt, der andere die Kosten alleine trägt?
  • Ist das Ausleihen an Dritte oder das Verchartern erlaubt? Empfohlen wird, dass mindestens einer der Miteigner an Bord sein muss.
  • Wie läuft die Verwaltung? Bewährt hat sich ein gemeinsames Konto über das alle Miteigner verfügungsberechtigt sind und in das monatlich feste Beträge eingezahlt werden. Die Verwaltung wechselt jährlich zwischen den Partnern. Die monatlichen Einlagen sollten so bemessen sein, dass eine Rücklage entsteht über deren Verwendung man sich von Zeit zu Zeit verständigt.
  • Kann man seinen Anteil kündigen? Wenn es dazu keine Regelung gibt und auch keine Verhandlungslösung gefunden werden kann, würde nach dem Deutschen Zivilrecht nur ein gemeinsamer Verkauf bzw. eine Verwertung in Betracht kommen. Alternativ denkbar wäre, dass nach der Kündigung eines Partners der oder die übrigen Partner eine Frist von zwei Monaten eingeräumt bekommen, während der sie entscheiden, ob sie den Anteil übernehmen. Für diesen Fall ist es gut, wenn eine klare Regelung über den Wert des Anteils besteht. Diese Regelung sollte in jedem Fall so gewählt werden, dass es eher ein finanzieller Nachteil ist, zu kündigen, also entweder eine fiktive monatliche Abschreibung oder eine Bewertung über ein Gutachten abzüglich 20 %. Zusätzlich kann vereinbart werden, dass der Kaufpreis für den Rückkauf in Raten gezahlt werden darf.
  • Was passiert bei Tod eines Beteiligten? Das Gesetz sieht vor, dass die Erben eintreten. Das werden in vielen Fällen nicht die geeigneten Partner für eine Eignergemeinschaft sein. Es hilft daher zu vereinbaren, dass der Tod eines Partners gleichzeitig die Kündigung bedeutet mit der Folge, dass das oben beschriebene Verfahren in Gang gesetzt wird.
  • Wenn es dennoch Streitigkeiten gibt, hilft es sehr, von vornherein eine Mediation zu vereinbaren. Diese kann beispielsweise nach den Regeln der Schiedsgerichtsordnung des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes durchgeführt werden. Hier stehen fachkundige Anwälte und fachkundige Sachverständige als unabhängige Schlichter zur Verfügung.