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Promille an der Pinne

Sommer, Sonne, Salzwasser machen durstig. Doch sollte der Schiffsführer vorsichtig mit Alkohol sein. Auch auf einem Boot gilt die 0,5 Promillegrenze – wie im Auto. Sie gilt im Übrigen nicht nur für den Schiffsführer, sondern auch für jede Person, die verantwortlich an der Führung des Schiffes beteiligt ist, wie beispielsweise der Navigator.

Auch im Schiffsverkehr wird bei 1,1 Promille die absolute Fahruntüchtigkeit unterstellt. Es hilft nichts sich auf die viel geringeren Geschwindigkeiten zu berufen. Die hohen Gewichte und damit verbundene lange Bremswege, Sichtbehinderungen und die manchmal komplizierten Regeln auf dem Wasser fordern die volle Aufmerksamkeit. Sie verbietet eine alkoholische Benebelung.

Kleiner Trost, wenn es doch passiert ist: Der Entzug des Sportbootführerscheins aufgrund einer Alkoholfahrt ist nicht zwingend mit dem Verlust des Kfz-Führerscheins verbunden, wie dies häufig behauptet wird. Hier sind gesonderte Merkmale zusätzlich festzustellen. Problematisch ist die Trunkenheitsfahrt auch auf See bezüglich der Kaskoversicherung. Während die Haftpflichtversicherung in den meisten Fällen noch eintreten wird, aber möglicher Weise anteilige Rückerstattung verlangt, wird die Kaskoversicherung die Zahlung verweigern, wenn der Schaden durch den Alkoholmissbrauch verursacht wurde. Segeln oder motoren mit mehr als 1,1 Promille wird immer als grobe Fahrlässigkeit gewertet; bei weniger ist es eine Abwägung. Dann ist die Frage inwieweit das Fehlverhalten durch den Alkoholeinfluss verursacht ist. Doch selbst ein Fahrfehler bei nur 0,3 Promille kann den Führerschein kosten, wenn der Fehler auf Alkohol zurückzuführen ist.

Fazit: auch bei Flaute nur Selters, Sekt erst wenn die Leinen fest sind.

Hier noch einmal die exakte Rechtslage:

§ 3 Absatz 3 und 4 Seeschifffahrtstraßenordnung:

§ 3 Grundregeln für das Verhalten im Verkehr
(3) Wer infolge körperlicher oder geistiger Mängel oder des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel in der sicheren Führung eines Fahrzeuges oder in der sicheren Ausübung einer anderen Tätigkeit des Brücken-, Decks- oder Maschinendienstes behindert ist, darf ein Fahrzeug nicht führen oder als Mitglied der Schiffsbesatzung eine andere Tätigkeit des Brücken-, Decks- oder Maschinendienstes nicht ausüben. Dies gilt für das Fahren mit einem Wassermotorrad oder einem Kite- und Segelsurfbrett entsprechend.
(4) Wer 0,25 mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut oder
eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer solchen Atem- oder Blutalkoholkonzentration führt, darf ein Fahrzeug nicht führen oder als Mitglied der Schiffsbesatzung eine andere Tätigkeit des Brücken-, Decks- oder Maschinendienstes nicht ausüben. Dies gilt für das Fahren mit einem Wassermotorrad oder einem Kite- und Segelsurfbrett entsprechend.

Verhalten bei Mastbruch

Mastbruch. Eine Erfahrung die man nicht braucht, die aber nützlich ist. Plötzlich kommt die „Palme“ von oben und ein Haufen Probleme dazu. Stehendes Gut kappen? Ja! Aber versenken? Nein. Jedenfalls nicht in flacheren Gewässern wie der Ostsee, es sei denn es ist eine akute Gefährdung gegeben. Denken Sie an die Fischer und ihre Netze! …aber auch an Beweismittel, denn Ihre Versicherung möchte gern die Ursache wissen. Vorbeugung durch Prüfung und zeitweisen Ersatz der Stagen ist angeraten. Vorsicht auch bei Schlepphilfe. Kommt der Helfer dabei selbst in Gefahr oder nimmt Schaden kann das Ihre Haftung auslösen. Hier ging es glimpflich ab und der Hafenmeister spendierte sogar eine Gratis-Nacht. Man sei ja nicht freiwillig gekommen – dänischer Humor!

Vier Richtige für Bootstrailer

Kaputte Lampen, eingerostete Kupplung, festgefahrene Bremsen, dass sind die Sorgenkinder der Bootstrailer. Man ist froh, wenn man ihn hat, aber er steht auch viel herum, er ist schwer zu manövrieren, manchmal eine Last und oft auch eine Gefahr. Deshalb ist es wichtig, ihn gut zu versichern.

Das Merkwürdige ist nur, dass „gut versichern“ das Bestehen von bis zu vier Versicherungsverträgen voraussetzt.

  • Die Bootshaftpflicht– / Yachthaftpflicht-Versicherung ist anzusprechen, wenn ein Boot auf dem Anhänger liegt und der Anhänger nicht mit einem Zugfahrzeug verbunden ist. Also zum Beispiel, wenn der Trailer mit dem Boot von Hand geschoben wird und dabei ein Unfall passiert.
  • Die Privathaftpflicht muss gegebenenfalls informiert werden, wenn der Trailer ohne Boot per Hand bewegt wird und kein unmittelbarer Zusammenhang zur Bootsnutzung besteht.trailer
  • Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt Schäden, die der Trailer verursacht, wenn er mit dem Zugfahrzeug verbunden ist. Dies gilt auch dann, wenn der Anhänger sich während der Fahrt löst, unabhängig davon, ob das Boot aufgeladen ist.
  • Die Trailerhaftpflichtversicherung wird schließlich benötigt, wenn sich der Trailer ohne Boot selbstständig macht. Dann greift weder die Autohaftpflicht, noch die Bootshaftpflicht. Der Eigentümer des Trailers haftet auch ohne Verschulden, zum Beispiel wenn Fremde den Trailer „aus Spaß“ ins Rollen bringen und er dann einen Schaden verursacht. Bekannte Yachtversicherer, wie Pantaenius, Firmenich, Schomaker und Chartis empfehlen daher für kennzeichnungspflichtige Bootsanhänger eine separate Trailerversicherung.

 

Vorsicht bei ausländischen Versicherungen

Die Prämie ist günstiger und die Bedingungen sehen fast gleich aus. Doch wenn die Yacht knallt, sinkt, brennt dann kommt es auf das Kleingedruckte an. Die ausgehändigten Bedingungen in Deutsch sagen „im Zweifel gilt die niederländische Fassung“ und Gerichtsstand „Amsterdam“. Keine Chance ohne Deutschen und Niederländischen Anwalt, Korrespondenz in Englisch. Da können wir Ihnen helfen, aber ganz einfach ist das nicht.